Grundlagen der CO₂-Berechnung

  1. Bundesamt für Umwelt (BAFU)

«Die Treibhausgasemissionen auf Schweizer Territorium (…) entsprichen einem Treibhausgasausstoss von 5.5 t CO₂-Äquivalente pro Kopf. Addiert man allerdings die durch Importgüter im Ausland verursachten Emissionen, beläuft sich das Total der jährlichen CO₂-pro-Kopf-Emissionen auf mehr als das Doppelte (14 t CO₂-Äquivalente pro Kopf im Jahr 2015). Damit liegt der sogenannte Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von knapp 6 t CO₂-Äquivalente pro Kopf.» Diese 14 Tonnen bilden die Referenz für die mittlere Spalte (Schweizer Durchschnitt in unserem Rechner).

Quelle: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/inkuerze.html

  1. Bundesamt für Statistik  (Letzte Änderung 22.12.2020)

«Die zeitliche Entwicklung ist für den Fussabdruck und die inländischen Treibhausgasemissionen verschieden (G1). Mit Schwankungen ist der Treibhausgas-Fussabdruck zwischen 2008 und 2015 um 7 % gestiegen, und zwar auf 116,2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente (Mio. t CO₂-Äq). Dies entspricht 14 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Person und Jahr». Die prozentuale Aufteilung in diesem vereinfachten Rechner auf 20 % Sockelemissionen (öff. Konsum und längerfristige Investitionen), 20 % allgemeinen Konsum, 20 % Lebensmittel, 20 % Verkehr, und 20 % Wohnen & Heizen beruht auf gerundeten Werten aus https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/4322942/master. Der grösste Unterschied ist, dass dort die Summe von öff. Konsum und Bruttoanlageinvestitionen sogar 30 % der 14 Tonnen pro Kopf ausmachen, allerdings mit dem Vermerk, dass in diesen Bruttoanlageinvestitionen auch «längerfristige Investitionen von Schweizer Haushalten» inbegriffen sind, die wir in unserem Rechner dem «allgemeinen Konsum» zuschlagen müssen. Gemäss Quelle 4 macht der Sockel-Fussabdruck bei der CO₂-pro-Kopf-Berechnung statt 30 % nur 12 % aus. Der 20 % Sockel in unserem Rechner ist daher ein Kompromiss zwischen diesen beiden Extremen. Bei den Konsumausgaben wurden 45’000 CHF pro Kopf und Jahr als Kaufkraft (https://www.cetoday.ch/news/2020-10-22/schweizer-haben-die-zweithoechste-kaufkraft-in-europa) vorausgesetzt. Für den Schweizer Strommix wurden 130 g CO₂-Äq pro kWh angesetzt («Egal-Strommix» gemäss Treibhausgas-Emissionen der Schweizer Strommixe, Frischknecht et al. 2012, im Auftrag des BAFU).

  1. Berechnung Mobilität

Die Werte sind mit detaillierten CO₂-Rechnern von myclimate (CO₂.myclimate.org/de/car_calculators) und Climate Stewards (www.climatestewards.org/offset/) abgeglichen. Dort kann man auch weitere Berechnungen anstellen für verschiedene Fahrzeugklassen, Elektroantrieb oder Hybrid statt Verbrennungsmotor usw.

  1. Weitere aktuelle, öffentliche Grundlagen
Die Schweizer belasten die Umwelt vor allem durch Konsum und Ernährung.
Im Sockel sind öffentliche Gemeingüter und Infrastruktur enthalten.

Abbildung und Text aus:  http://www.meteozurich.ch/?tag=CO₂
  1. Umweltbelastungspunkte – Grundlagendaten für die Schweiz

(Diese ist ein früherer Bericht der «ESU-services» im Auftrag des Bundesamts für Umwelt)

Die Gesamtumweltbelastungen durch den Konsum in der Schweiz wurden in einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt für das Referenzjahr 2005 berechnet (Jungbluth et al. 2011b, linke Säulen in Abbildung 2). Gemäss dieser Studie verursachen insbesondere die Ernährung, das Wohnen (Miete, Energie, Wasser und Entsorgung) und die Mobilität einen Hauptteil der Gesamtumweltbelastungen durch den Privatkonsum.

Gemäss der Studie von Jungbluth et al. (2011b) beträgt der Primärenergiebedarf für den Gesamtkonsum der Schweiz 8ʼ250 Watt pro Person. Die Berechnung der Treibhausgasemissionen durch den Gesamtkonsum der Schweiz ergab 12.8 Tonnen CO₂-Äq pro Person und Jahr. Bei den Umweltbelastungspunkten ergibt sich ein Wert von 20 Mio. UBP für den Konsum der Schweiz pro Person und Jahr.

Quelle: jungbluth-2012-Reduktionspotenziale-BAFU.pdf

Aktuell:  Die verschiedenen Umweltbelastungen und der Ressourcenverbrauch lassen sich zur «Gesamtumweltbelastung» – einem umfassenden Umwelt-Fussabdruck – zusammenfassen. Das Ergebnis ist eine Summe von Umweltbelastungspunkten (UBP). Die Masseinheit basiert auf schweizerischen und internationalen Umweltzielen: Je mehr ein Produkt dazu beiträgt, dass ein Umweltziel verfehlt wird, desto mehr UBP gibt es dafür. 2015 kam unser Land pro Kopf der Bevölkerung auf 23,4 Millionen UBP

  1. Quellen

www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/wirtschaft-konsum/dossiers/wir-leben-auf-zu-grossem-fuss.html 

www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/weitere-indikatoren-achhaltige-entwicklung/oekologischer-fussabdruck.html

  1. Footprint-Rechner | WWF Schweiz